Nachrichten

Forderung nach bundesweitem Tarifvertrag

Tarifvertrag Altenpflege

Forderung nach bundesweitem Tarifvertrag

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bekräftigt nach der heutigen Veröffentlichung einer neuen Studie der Hans-Böckler-Stiftung zur Lohnsituation in der Altenpflege ihre Forderung nach einem bundesweit gültigen Tarifvertrag Altenpflege.

"Um das gesellschaftlich wichtige Arbeitsfeld der Altenpflege attraktiv zu machen, brauchen wir mehr Personal und endlich eine gute Bezahlung. Der angestrebte Tarifvertrag wird erheblich zu besseren Arbeitsbedingungen beitragen", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. Die Ergebnisse der Studie bestätigten die dringend notwendige Aufwertung der Arbeit in der Altenpflege.

"Die kommerziellen Träger müssen ihre Blockadehaltung gegen einen Tarifvertrag endlich aufgeben. Es ist grotesk, dass sie sich Tarifverträgen verweigern und auch noch damit argumentieren, dass die Beschäftigten keine Sicherheiten wollten. Niemand will gerne ausgebeutet werden", so Bühler weiter.

Die Entlohnungssituation in der Altenpflege ist am Dienstag (2. April) auch Gegenstand der Beratungen einer Arbeitsgruppe der Konzertierten Aktion Pflege der Bundesregierung. Bühler: "Wir erwarten endlich einen echten Fortschritt. Angesichts der nur mäßigen Arbeitsbedingungen und des hohen Fachkräftebedarfs braucht es jetzt ein klares Signal für einen flächendeckenden Tarifvertrag. Wir haben alle Voraussetzungen getroffen, wir können sofort mit den Verhandlungen beginnen." Die Bundesregierung müsse begleitend gesetzliche Regelungen auf den Weg bringen, damit faire Löhne und genug Personal nicht von den pflegebedürftigen Menschen bezahlt werden müssten. "Wir brauchen eine Begrenzung des Eigenanteiles bei den Pflegekosten", so Bühler.

"Unser Ziel ist ein Tarifvertrag, der vom Bundesarbeitsminister auf das gesamte Arbeitsfeld erstreckt wird. Und zwar auf die stationäre und ambulante Altenpflege für alle Beschäftigten dort, nicht nur für Pflegekräfte", so Bühler weiter. ver.di wolle alle Regelungsmöglichkeiten ausschöpfen, die das Arbeitnehmerentsendegesetz biete. Der Weg, den Tarifvertrag über das Arbeitnehmerentsendegesetz zu erstrecken, gewährleiste auch, dass bereits bestehende bessere Tarifregelungen weiter gelten. Bühler:

"Mit guten Arbeitsbedingungen und einer angemessenen Bezahlung können erfahrene Fachkräfte gehalten und neue gewonnen werden. Und viele, die in die Teilzeit geflüchtet sind, werden wieder aufstocken. Ein bundesweit geltender Tarifvertrag hilft nicht nur den Beschäftigten, sondern letztendlich auch den Arbeitgebern."