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Nein zu Regelungen, die auf Lohndiktate hinauslaufen!

Unterm Strich läuft das »Thalia Modell« auf einseitige Gehaltsfestlegungen hinaus, die ganz schnell und ebenso einseitig wieder rückgängig gemacht werden können. Ein treffender Name dafür ist Lohndiktat.
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Seit Thalia deutschlandweit zum 1. Januar 2021 Tarifflucht begangen hat und »ohne Tarifbindung« (OT) Mitglied des Handelsverbandes Deutschland geworden ist, strengt sich das Spitzenmanagement wirklich an. Aber nicht, um sich »als Top-Arbeitgeber in der Branche zu profilieren«, wie man in schönstem PR-Sprech verlauten lässt. Denn das ist blanker Hohn, und das Unternehmen muss sich an den Fakten messen lassen. Tatsächlich scheut die Unternehmensleitung keine Mühe bei dem Vorhaben, die Einkommens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten dauerhaft zu verschlechtern, tarifliche Errungenschaften zu zerschlagen und dem Ganzen auch noch einen hübschen Anstrich zu verleihen. Der ehemalige Sozialpartner ist extrem vom Weg abgekommen!

Neues »Thalia Modell« zielt auf Verschlechterungen

Mit einer »Regelungsabrede Thalia Modell« sollen unternehmensweit »einheitliche Strukturen – losgelöst von Tarifverträgen – für alle Mitarbeiter begründet und umgesetzt werden«, heißt es wörtlich im Vereinbarungsentwurf zu einem neuen Vergütungssystem für eine der Vertriebsgesellschaften. Offenbar sollen die Betriebsräte bei Thalia darauf eingeschworen werden, Dinge zum Schlechteren zu regeln, für die sie rechtlich nicht zuständig sind – zum Beispiel die Höhe des Gehalts oder die Länge der Wochenarbeitszeit. Als für Tarifverträge zuständige Gewerkschaft ver.di sagen wir laut und deutlich: Es ist nicht der Job von betrieblichen Mitbestimmungsgremien, über viele Jahre erkämpfte Errungenschaften abzusenken oder ganz zu beseitigen.

Betriebsräte, lasst die Finger von solchen dubiosen Vereinbarungen!

Beim »Thalia Modell« wird die genannte »Regelungsabrede« schnell konkret: Das Einstiegsgehalt für »Neue« soll in diesem Fall 2.200 Euro Brutto betragen und innerhalb von neun Jahren dreimal um 150 Euro steigen. Bei einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden! Gehaltserhöhungen und eine Bonuszahlung sollen ausschließlich vom wirtschaftlichen Erfolg der Thalia-Gruppe abhängig gemacht werden. Und ein 13. Monatsgehalt fällt bei einem negativen Ebit (Ergebnis vor Steuern und Investitionen) von minus 1% völlig unter den Tisch. Einzelne Details, die aus anderen Gesellschaften berichtet werden, unterscheiden sich. So will der Arbeitgeber bei Thalia Nord ein Einstiegsgehalt von sogar nur 1.900 Euro einführen. Doch unterm Strich läuft das »Thalia Modell« auf einseitige Gehaltsfestlegungen hinaus, die ganz schnell und ebenso einseitig wieder rückgängig gemacht werden können. Ein treffender Name dafür ist Lohndiktat.

Verlässliche Vereinbarungen auf Augenhöhe gibt es nur mit ver.di, denn Tarifregelungen sind in Deutschland ausschließlich Gewerkschaften vorbehalten. Wir können Druck ausüben und zu Arbeitsniederlegungen aufrufen, um rechtsverbindliche Gehaltserhöhungen durchzusetzen. Betriebsräte können das nicht.

Hände weg vom Kugelschreiber

Es liegt auf der Hand, dass die Unternehmensleitung alles tun wird, um ihre Pläne bei allen Neueingestellten und bei den schon länger Beschäftigten durch arbeitsvertragliche Änderungen durchzusetzen. Je nach Vertriebsgesellschaft wirken bei Thalia die bisherigen ver.di-Tarifverträge noch unterschiedlich lange nach. Wer jetzt noch rechtzeitig Gewerkschaftsmitglied wird, hat Anspruch auf das bisherige Tarifniveau. Erkundigt euch bei unseren Geschäftsstellen. Darüber hinaus ist es jetzt besonders wichtig, die Tarifgewerkschaft ver.di zu stärken, um Gegenwehr zu organisieren und der Forderung nach Rückkehr in die Tarifbindung mehr Wucht zu verleihen!